Flugplatzbezogene Wetterinformationen
Flugplatzbezogene Wetterinformationen liefern dir den meteorologischen Zustand am Start-, Ziel- oder Ausweichflugplatz. Die wichtigsten Quellen sind METAR (aktuelle Beobachtung, meist halbstündlich), SPECI (ausserplanmässige Meldung bei signifikanten Wetteränderungen) und TAF (Flugplatzvorhersage). Direkt am Boden oder im Anflug erhältst du diese Daten über den ATIS (Automatic Terminal Information Service) als kontinuierliche Schleife auf einer eigenen Frequenz – in der Schweiz etwa für Zürich, Genf oder Bern. Der ATIS enthält Wind, Sicht, Wolken, Temperatur, QNH, Piste in Gebrauch und besondere Bemerkungen. Vor dem ersten Funkkontakt hörst du den ATIS ab und meldest dich mit dem Buchstaben der aktuellen Information (z.B. „Information Charlie"). Auf kleineren Flugplätzen ohne ATIS bekommst du das Wetter direkt vom AFIS oder Tower per Funk.
Wetterausstrahlungen
Während des Fluges greifst du auf kontinuierliche Wetterausstrahlungen zurück. VOLMET (Meteorological Information for Aircraft in Flight) sendet auf festgelegten HF- oder VHF-Frequenzen in einem zeitlich getakteten Zyklus METARs und TAFs mehrerer Flugplätze einer Region. Für die Schweiz und das benachbarte Ausland sind die VOLMET-Sendungen von Zurich Radio bzw. den europäischen Stationen relevant. Daneben existieren regionale Wetterausstrahlungen wie das HF-VOLMET-Netzwerk für die Streckenflugplanung. In der Schweiz ergänzt MeteoSchweiz die Daten mit speziellen GAFOR-Vorhersagen für VFR-Strecken durch die Alpentäler. Im Heli-Betrieb ist gerade GAFOR Gold wert, weil er regionsweise die voraussichtliche Flugwetterlage (offen, marginal, geschlossen) angibt – essentiell etwa für die Strecke Bern–Sion oder den Übergang ins Tessin via Gotthard.
Praktischer Ablauf vor und während des Fluges
Vor dem Start: METAR/TAF von Start-, Ziel- und Ausweichflugplatz prüfen, GAFOR studieren, SIGMET/AIRMET auf signifikante Phänomene checken (CB, Vereisung, Turbulenz, Gebirgswelle). Während des Fluges: ATIS am Zielflugplatz frühzeitig abhören – Faustregel rund 30 NM vor Ankunft, im Heli oft entsprechend früher anhand der Flugzeit. Bei längeren Strecken VOLMET nutzen, um Entwicklungen am Ziel zu verfolgen. Bei unerwarteten Bedingungen kannst du den Fluginformationsdienst (FIS, z.B. Zurich Information) direkt um aktuelle Wetterinformationen oder PIREPs anderer Piloten bitten.
Schweizer Besonderheiten
Im alpinen Umfeld reichen Flugplatz-METARs allein selten aus. Talwinde, Leewellen und Quellbewölkung entstehen oft fernab der Messstationen. Deshalb kombinierst du immer METAR/TAF mit GAFOR, Webcams (z.B. an Pässen) und – falls verfügbar – PIREPs. Bei Föhnlage in Sion oder Locarno kann die offizielle Meldung gut aussehen, während wenige Kilometer weiter heftige Rotoren stehen.
Prüfungsrelevanz BAZL
In der BAZL-PPL(H)-Theorie zu 090 Communications wirst du gefragt, welche Wetterprodukte für VFR relevant sind, wie ATIS und VOLMET funktionieren, in welcher Reihenfolge die Informationen im ATIS erscheinen und wie du Wetterinformationen über Funk anforderst. Auch die Abgrenzung zwischen METAR (Ist-Wetter) und TAF (Vorhersage) sowie das richtige Bestätigen der ATIS-Information werden geprüft.