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Topic 090.05

Not- und Dringlichkeitsverfahren

Not- und Dringlichkeitsverfahren gehören zu den wichtigsten Funkprozeduren, die du als PPL(H)-Pilot beherrschen musst. Wenn dein Helikopter in eine kritische Situation gerät – sei es ein Triebwerksausfall über dem Mittelland, ein medizinischer Notfall an Bord oder ein technisches Problem im alpinen Gelände – entscheidet die korrekte Funkkommunikation oft über Schnelligkeit und Qualität der Hilfe. Die ICAO unterscheidet klar zwischen Distress (Notfall) und Urgency (Dringlichkeit), und jede Stufe hat ihre eigene Signalisierung, Phraseologie und Nachrichtenstruktur. Für die BAZL-Theorieprüfung musst du nicht nur Mayday und Pan-Pan auseinanderhalten können, sondern auch wissen, welche Frequenzen genutzt werden, wer die Notfrequenzen überwacht und wie eine vollständige Notmeldung aufgebaut ist. In der Schweiz mit ihrer Mischung aus dichtem CTR-Verkehr im Flachland und abgelegenem alpinem Terrain ist die korrekte Beherrschung dieser Verfahren besonders relevant – Hilfe kommt schneller, wenn deine Meldung von Anfang an strukturiert und vollständig ist.

2 Sub-Topics, eingebettet in Communications. Lerne sie systematisch mit FSRS-Karten und einem KI-Tutor zum Nachfragen.

Notverfahren (Distress)

Ein Distress liegt vor, wenn dein Helikopter oder Insassen von einer ernsten und/oder unmittelbar drohenden Gefahr bedroht sind und sofortige Hilfe benötigen. Das Notsignal lautet MAYDAY, dreimal gesprochen am Anfang der Meldung. Die internationale Notfrequenz für Sprechfunk ist 121.500 MHz (VHF) – sie wird von ATC-Stellen, vielen IFR-Flügen und Search-and-Rescue-Diensten dauernd überwacht. Wenn möglich, sendest du die Notmeldung jedoch auf der aktuell verwendeten Arbeitsfrequenz, weil dort der Lotse dich bereits kennt und sofort reagieren kann.

Eine vollständige Notnachricht folgt einem festen Schema: MAYDAY MAYDAY MAYDAY, Name der angerufenen Stelle, Rufzeichen, Art des Notfalls, Absicht des Piloten, aktuelle Position/Höhe/Steuerkurs, sowie weitere zweckdienliche Angaben (z. B. Anzahl Personen an Bord, Treibstoff in Stunden). Sobald MAYDAY gesendet wurde, herrscht auf der Frequenz Funkstille für alle anderen Stationen – nur Not- und Hilfsverkehr ist erlaubt.

Dringlichkeitsverfahren (Urgency)

Eine Urgency-Situation betrifft die Sicherheit eines Luftfahrzeugs oder einer Person, ohne dass sofortige Hilfe nötig ist. Klassische Beispiele: ein medizinischer Vorfall an Bord ohne akute Lebensgefahr, eine Treibstoffsituation, die kritisch werden könnte (aber noch nicht «MAYDAY FUEL» ist), oder ein technisches Problem, das eine Aussenlandung notwendig macht, aber kontrolliert durchführbar ist. Das Dringlichkeitssignal lautet PAN-PAN PAN-PAN PAN-PAN, ebenfalls dreimal am Anfang.

Die Frequenzen sind dieselben wie beim Notverfahren: vorzugsweise die Arbeitsfrequenz, alternativ 121.500 MHz. Auch die Struktur der Dringlichkeitsnachricht ist analog: Signal, angerufene Stelle, Rufzeichen, Art des Problems, Absicht, Position, weitere Angaben. PAN-PAN-Verkehr hat Vorrang vor allem normalen Funkverkehr, aber MAYDAY hat Vorrang vor PAN-PAN. Eskaliert eine Dringlichkeits- zu einer Notsituation, wechselst du jederzeit auf MAYDAY.

Praktische Aspekte im Schweizer Luftraum

Im dicht beflogenen Schweizer Luftraum sind ATC-Stellen wie Zürich, Genf oder Bern Information stets bereit, Not- und Dringlichkeitsverkehr aufzunehmen. Im Alpenraum kann die VHF-Reichweite jedoch durch Topografie eingeschränkt sein – hier hilft das Steigen auf eine höhere Frequenz oder das Setzen des entsprechenden Transponder-Codes: 7700 für Notfall, 7600 für Funkausfall, 7500 für unrechtmässige Beeinflussung. Diese Codes lösen bei Skyguide sofort eine Alarmierung aus, auch wenn dein Funkspruch nicht durchkommt.

Bedeutung für die BAZL-Prüfung

In der Theorieprüfung 090 Communications wirst du regelmässig zur exakten Phraseologie, zur Reihenfolge der Nachrichtenelemente, zur Frequenz 121.500 MHz und zur Abgrenzung Distress/Urgency geprüft. Typische Fallen: Verwechslung der Signale, Unsicherheit bei der Frequenzwahl (Arbeitsfrequenz vs. 121.5) oder unvollständige Notnachrichten.

Beispielkarten

Karten aus diesem Topic, wie sie in der App aussehen.

Welches Notsignal leitet eine Distress-Meldung per Funk ein und wie oft wird es ausgesprochen?

Das Wort «MAYDAY», dreimal hintereinander zu Beginn der Notmeldung gesprochen.

Die dreimalige Wiederholung stellt sicher, dass die Meldung auch bei schlechter Verbindung als Notruf erkannt wird und alle Stationen auf der Frequenz Funkstille halten.

Welche zwei internationalen Notfrequenzen musst du als PPL(H)-Pilot kennen, und in welchen Frequenzbändern liegen sie?

121.5 MHz im VHF-Band (zivile Luftfahrt-Notfrequenz) und 243.0 MHz im UHF-Band (militärische Notfrequenz). Beide sind international festgelegte Distress-Frequenzen.

121.5 MHz ist die primäre Notfrequenz für die zivile Luftfahrt und wird von ATC, FIS und SAR überwacht. 243.0 MHz ergänzt sie im militärischen Bereich, sodass zivile und militärische Stellen Notrufe parallel auffangen können. Als PPL(H)-Pilot nutzt du in der Praxis 121.5 MHz, da dein VHF-Funkgerät nicht im UHF-Bereich sendet.

Welche internationale Notfrequenz wird in der zivilen Luftfahrt im VHF-Band verwendet?

121.5 MHz. Sie ist die weltweit verbindliche zivile VHF-Notfrequenz für Distress- und Urgency-Meldungen.

121.5 MHz ist die einzige international vereinbarte zivile Notfrequenz im VHF-Bereich und wird von Flugverkehrskontrollstellen, SAR-Diensten und vielen Verkehrsflugzeugen überwacht.

Fragen, die du beantworten können solltest

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen MAYDAY und PAN-PAN?

MAYDAY (Distress) signalisiert eine ernste, unmittelbar drohende Gefahr, die sofortige Hilfe erfordert – z. B. Triebwerksausfall, Brand, Kontrollverlust. PAN-PAN (Urgency) zeigt eine Situation an, die zwar die Sicherheit betrifft, aber keine sofortige Hilfe verlangt – etwa ein medizinisches Problem ohne akute Lebensgefahr oder ein technischer Defekt, der eine Aussenlandung erfordert. MAYDAY hat absoluten Vorrang vor PAN-PAN, beide haben Vorrang vor normalem Funkverkehr. Eskaliert eine PAN-PAN-Lage, wechselst du sofort auf MAYDAY.

Welche Frequenz nutze ich für einen Notruf im Helikopter?

Grundsätzlich gilt: Sende den Notruf auf der Frequenz, auf der du gerade arbeitest. Der Lotse kennt dich, deine Position und deinen Flugplan – das spart wertvolle Sekunden. Wenn du keinen Kontakt zu einer ATC-Stelle hast oder unsicher bist, nutzt du die internationale Notfrequenz **121.500 MHz**, die von Skyguide, anderen ATC-Stellen und vielen Verkehrsflugzeugen dauernd überwacht wird. Parallel solltest du Transponder-Code 7700 setzen, damit deine Position bei Skyguide sofort als Notfall markiert wird.

Wie ist eine Notnachricht aufgebaut?

Eine standardisierte MAYDAY-Meldung enthält: dreimal MAYDAY, Name der angerufenen Stelle, dein Rufzeichen, Art des Notfalls, Absicht des Piloten (z. B. Aussenlandung), Position, Höhe und Steuerkurs sowie weitere relevante Angaben wie Personen an Bord und verbleibender Treibstoff. Diese Struktur sorgt dafür, dass ATC und Rettungskräfte sofort die wichtigsten Informationen haben. Auch wenn die Situation hektisch ist – versuche, das Schema einzuhalten. Wenn nicht alle Angaben rüberkommen, ist das primäre MAYDAY mit Position trotzdem entscheidend.

Welche Transponder-Codes sind in Notfallsituationen relevant?

Drei Codes solltest du auswendig kennen: **7700** für allgemeinen Notfall (Distress), **7600** für Funkausfall (Communication Failure) und **7500** für unrechtmässige Beeinflussung (Hijacking). Sobald du einen dieser Codes einstellst, wird bei Skyguide automatisch Alarm ausgelöst – auch wenn dein Sprechfunk nicht durchkommt. Gerade im alpinen Gelände, wo die VHF-Abdeckung durch Berge eingeschränkt sein kann, ist das Setzen von 7700 ein zuverlässiger Weg, um Aufmerksamkeit zu erzeugen, bevor du die Funkverbindung wiederherstellst.

Was passiert auf der Frequenz nach einem MAYDAY?

Nach einem MAYDAY herrscht auf der betroffenen Frequenz Funkstille für alle nicht direkt involvierten Stationen. Nur die kontrollierende ATC-Stelle und das Luftfahrzeug in Not (sowie ggf. unterstützende Stationen) dürfen senden. Der Lotse kann die Frequenz mit dem Anruf «STOP TRANSMITTING – MAYDAY» explizit sperren. Andere Piloten wechseln still auf eine andere Frequenz oder warten ab. Diese Funkstille sorgt dafür, dass die Notmeldung klar und ohne Störungen abgewickelt werden kann.

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