Wesentliche Definitionen und Anwendbarkeit
Anhang 2 beginnt mit Begriffen, die du im ganzen Luftrecht wiedersiehst: Aircraft, Pilot-in-Command, IFR/VFR flight, Controlled airspace, Cruising level, Visibility, Night. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Flight visibility und Ground visibility – letztere wird vom Flugplatz gemessen, erstere schätzt du aus dem Cockpit. Die Regeln gelten für alle Luftfahrzeuge mit Ausnahme von Staatsluftfahrzeugen, die eigenen Bestimmungen folgen. Über der Schweiz bist du als PPL(H) immer an Anhang 2, SERA und die nationalen Ergänzungen (VVR) gebunden – auch wenn du nur kurz die Grenze nach Deutschland oder Italien überfliegst, bleibt das ICAO-Grundgerüst identisch.
Allgemeine Regeln
Die General Rules decken Themen ab, die für jeden Flug gelten: Schutz von Personen und Sachen am Boden (keine fahrlässige Flugführung), Mindestflughöhen, Drop- und Sprayverbote ohne Bewilligung, sowie Vorflugregeln. Kernpunkte für Heli-Piloten: Du musst Hindernissen ausweichen, Luftfahrzeuge auf gleicher Höhe weichen rechts aus, der überholende weicht aus, und Ballone haben Vorflug vor Segelflugzeugen, diese vor Motorflugzeugen. Helikopter sind in dieser Hierarchie wie Motorflugzeuge zu behandeln. Beim Start und Landung haben Luftfahrzeuge in tieferer Höhe Vorrang – wichtig im gemischten Verkehr auf Plätzen wie Grenchen oder Birrfeld.
Sichtflugregeln (VFR)
VFR-Minima variieren je nach Luftraumklasse und Flughöhe. Über FL100 brauchst du 8 km Sicht und grössere Wolkenabstände, darunter 5 km (bzw. 1500 m horizontal / 300 m vertikal Wolkenabstand in den meisten kontrollierten Räumen). In Klasse G unter 3000 ft AMSL bzw. 1000 ft AGL reichen 1500 m Sicht und clear of cloud mit Sicht auf den Boden – für Helikopter sogar 800 m bei reduzierter Geschwindigkeit. Diese Helikopter-Erleichterung ist im Schweizer Alpenraum praxisrelevant, wenn lokale Föhnlagen die Sicht drücken. VFR-Nacht und Spezial-VFR sind separat geregelt.
Signale und Abfangen
Anhang 2 listet die visuellen Signale für interception präzise: Das abfangende Luftfahrzeug positioniert sich links voraus und wackelt mit den Flügeln – du folgst, indem du ebenfalls wackelst und der Anweisung folgst. Bei Funkausfall gibt es definierte Signale via Landescheinwerfer und Positionsleuchten. Ebenfalls in Anhang 2 geregelt: Bodensignale auf Flugplätzen (Signalfeld), Notsignale, Lichter zur Kollisionsverhütung. Diese Signale musst du auswendig kennen – sie sind in der BAZL-Prüfung häufig in Bildform abgefragt.
Prüfungsrelevanz
Anhang 2 ist ein Hauptlieferant für Fragen im Fach 010. Erwartet werden vor allem: Definitionen wörtlich kennen, VFR-Minima korrekt zuordnen, Vorflugregeln anwenden und Abfangsignale identifizieren. Lerne die Tabellen und Signale visuell – die FSRS-Wiederholung im PPLH-Trainer ist dafür ideal.